Wind und Wasser
Der Passatwind
Die Passatzirkulation, also die, die Passatwinde umfassenden erdumspannenden Luftströmungen, wurden erstmals 1735 von George Hadley sachlich richtig beschrieben, rund einhundert Jahre bevor Gaspard Gustave de Coriolis die Corioliskraft allgemeiner als Ursache der Bewegungsablenkung erkannte. Die Corioliskraft bewirkt, dass die Passate einer besonderen Richtung folgen. Das Luftkreislaufsystem ("Zirkulationssystem"), dem die Passate entspringen, wird daher Hadley-Zelle genannt. Wegen der Beständigkeit wurde und wird der Passat von Segelschiffen zur zügigen Überquerung der Ozeane genutzt. Das traf in besonderem Maße zur Zeit der Segelschiffe zu, die aufgrund von Rahsegeln schlecht gegen den Wind kreuzen konnten und stattdessen bei achterlichen Winden (Rückenwind) deutlich höhere Geschwindigkeiten erzielten. Aber auch heute noch planen viele Segelschiffe und -boote wegen der Passatregionen mit relativ vorhersagbaren Windrichtungen oft "Umwege" ein, die zwar die zu segelnde Strecke verlängern, aber durch die Ausnutzung der Passatwinde dennoch die Überfahrten verkürzen.
Der Kanarenstrom
Der Kanarenstrom ist eine kühle bis mäßig warme Meeresströmung im nordöstlichen Atlantik. Er bezieht sein Wasser aus Teilen des Azorenstroms, des Portugalstroms und aufsteigendem nährstoffreichen Tiefenwasser. Er fließt zunächst in südliche und dann in südwestliche Richtung entlang der nordwestafrikanischen Küste vorbei an den Kanarischen Inseln, wo er das ganze Jahr hindurch für ausgeglichene Temperaturen sorgt. Bei den Kapverdischen Inseln biegt er ab in westliche Richtung und wird zum atlantischen Nordäquatorialstrom. Er bewegt sich mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 0,6mph. Das Klima im atlantischen Bereich wird sehr stark durch die Temperaturunterschiede zwischen den verschiedenen Strömungsmustern bestimmt. Der Golfstrom erwärmt z.B. die Atmosphäre im Bereich der Britischen Inseln und über Nordwest Europa, wohingegen kalte Wasserströmungen starken Nebel vor den Küsten von Nordost Kanada (Grand Bank Gebiet) und vor dem nordwestlichen Afrika hervorrufen. Eine bemerkenswerte klimatische Erscheinung des atlantischen Raumes stellen die tropischen Zyklone dar. Aus diesen Wirbelstürmen entwickeln sich vor der afrikanischen Küste bei Kap Verde enorme Hurricane, die westwärts über den Atlantik bis in die Karibik wandern. Hurricane können von Mai bis Dezember vorkommen, treten jedoch vorwiegend in der Zeit zwischen August und November auf. Deshalb auch unsere Entscheidung, im Dezember zu starten, um den Stürmen weitestgehend aus dm Weg zu gehen!
Entdeckung und Ausbeutung
Seitdem Menschen an seinen Küsten siedelten, wurde auch das Meer erforscht. Jahrtausende hindurch war der Transport zu Schiff jedem anderen Transportmittel überlegen. Die Phönizier unterhielten bereits kommerzielle Schiffs-Handelswege zwischen dem Mittelmeerraum und dem nordöstlichen Atlantik, sie umschifften Afrika von Ost nach West um 600 v.Chr. Ab dem 7. Jahrhundert befuhren die Wikinger die nördlichen Gewässer und erreichten Amerika um das Jahr 1000. Portugiesische und spanische Seefahrer entdeckten auf ihren berühmten Reisen im 15. und 16. Jahrhundert das wieder, was Jahrhunderte vorher schon anderen Seefahrern bekannt war und neue Handelsrouten entlang den Küsten Afrikas und nach Amerika ließen auch die Umrisse des atlantischen Ozeans klarer hervortreten. Neben den wichtigen Transportwegen hat der Atlantische Ozean insbesondere in den flachen Schelfmeeren entlang der Kontinente wegen reicher Öl- und Gasvorkommen sowie großer Fischbestände seine wirtschaftlich große Bedeutung. Hauptsächlich werden Dorsch, Schellfisch, Hering und Makrele gefangen. Zu den reichsten Fischgründen gehörten die Grand Banks bei Neufundland, die seit Anfang der frühen 90er Jahre überfischt sind, das Schelfgebiet vor Neuschottland, die Georges Bank vor Cape Cod, die Bahama Bänke, die Gewässer um Island, die Irische See, die Dogger Bank in der Nordsee und die Falkland Bänke. Zusätzlich werden große Mengen an Aal, Hummer und noch immer auch Meeressäuger (z.B. Wale) im Atlantik gefangen. Letztere gehören wie die Seehunde, Seelöwen, Schildkröten u.a. zu den besonders gefährdeten Tierarten des Atlantiks. Treibnetzfischerei und Überkapazitäten der Fischfangflotten beschleunigen dabei erheblich den Rückgang vieler Fischarten. und führt zu internationalen Auseinandersetzungen. Weitere natürliche Ressourcen sind Sand und Kies im flachen Meer sowie metallische Knollen der Tiefsee und Edelsteine Industrielle und städtische Verschmutzungen der Küstengewässer sind insbesondere vor Amerika, dem südlichen Brasilien und dem östlichen Argentinien festzustellen; Ölverschmutzungen kommen vorwiegend in der Karibik, dem Golf von Mexiko, dem Mittelmeer, der Nordsee und der Ostsee vor.