FAQ...

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Seit wir uns mit unserem Abenteuer geoutet haben, wurden wir von sehr vielen Leuten auf unsere "extravaganten Aktivitäten" angesprochen. Alle hatten Fragen - neugierig, originell, bizarr aber niemals langweilig. Die Antworten auf diese Fragen liegen für uns auf der Hand, weil wir uns mit gründlichst mit der Materie auseinandersetzen. Interessierten, die zum ersten Mal von solch einem Unterfangen hören, dienen die FAQs zum besseren Verständnis.

1. Warum muss es eine Überquerung des Atlantiks sein?
Warum? Ich habe bis heute keine finale Antwort auf diese Frage gefunden. Ich kann sie sicherlich nicht für jeden befriedigend beantworten. Es ist eine Frage tiefer Gefühle und die sind immer schwer auf den Punkt genau auszudrücken. Ich überquere den Atlantik, weil ich sicher bin, in der Weite des Meeres das Gefühl, eins mit der Natur zu sein, am intensivsten ausleben zu können. An Land, mit all den kleinen und großen Ablenkungen, Sorgen und Nöten scheint das nicht möglich. Andere Menschen finden ihre Erfüllung beim meditieren in einem abgeschiedenen Kloster, ich habe die große Fläche des Ozeans für mich gewählt. Anton war der Meinung, dass es noch mehr außer Arbeit in seinem Leben geben sollte. Eine Fernsehsendung über das Ozeanrudern hat ihn so gefesselt, dass er sich nun auch an der Herausforderung versuchen möchte.

2. Warum zu zweit?
Zu zweit ist man am sichersten. Paradox? Finde ich nicht! In schwierigen, extremen Situationen reagieren Menschen mitunter unvorhersehbar - manchmal überraschen wir uns sogar selbst. Positiv wie negativ. Egal wie gut man seine Reisepartner zu kennen glaubt, man kann nie ganz sicher sein, wie der einzelne in einer kritischen Situation reagieren wird. Und wenn es 1000 Seemeilen bis zum nächsten Ufer sind, kann eine Meinungsverschiedenheit, unterschiedliche Motivationen oder angebranntes Abendessen sich wie ein Mühlstein um die Stimmung an Bord legen, der sie Sicherheit und das Überleben an Bord gefährdet. Deshalb: zwei Leute auf solch engem Raum mit einem gemeinsamen Ziel werden sich auf jeden Fall zusammenraufen. Bei drei oder vier Partnern steigt das "Fehlerpotential" und eine Allianzenbildung wird früher oder später zu Konflikten führen. Zudem haben wir keine Angst, mit uns alleine zu sein. Wir werden uns auf diese Weise nur noch besser kennenlernen!

3. Ist so eine Reise nicht gefährlich?
Eine Atlantiküberquerung ist auf ihre ganz eigene Art gefährlich: Es sind die kleinen Unaufmerksamkeiten, die eine desaströse Wirkung haben können. Da wären z. B. die geöffnete Luke, wenn eine große Welle über das Boot spült, wenn in der Nacht der Horizont nicht regelmäßig nach Containerschiffen abgesucht wird. Wir könnten uns auch den Kopf anstoßen oder die Schulter verrenken. Deshalb ist es um so wichtiger, immer 100 prozentig konzentriert zu Werke zu gehen. Gedanklich nicht abzuschweifen oder sich ablenken zu lassen. Das sehe ich als große Herausforderung aber auch als Teil des Gewinns - sich ganz auf das hier und jetzt konzentrieren zu dürfen.

4. Habt ihr keine Angst?
Ein kleines bisschen Angst habe ich sogar bei den Vorbereitungen wenn ich mir mögliche Situationen auf hoher See vergegenwärtige. Aber dies ist keine lähmende Angst, sondern eher eine gesunde Portion Respekt die uns helfen wird, uns konzentriert der gemeinsamen Aufgabe zu widmen.

5. Werden werdet ihr euch alleine fühlen oder gar Heimweh haben?
Von früheren Langdistanz-Reisen die ich alleine unternommen habe weiß ich, dass man eine Art positives Heimweh entwickeln kann. Keine Wehmut über das, was zurückgelassen wurde, sondern Vorfreude auf die "Pappenheimer" zu Hause. Auf den Komfort den wir wieder genießen können und Dinge die wir wieder erleben können wenn wir nach Hause kommen. An Bord werde wir zu viel zu tun haben Trübsal zu blasen. Die Tage sind angefüllt mit Natur, Rudern, Kochen, Schlafen, Tagebuch schreiben und vielen Dingen mehr.

6. Wie kommuniziert ihr auf See?
Das Satellitentelefon wird ein unentbehrlicher Bestandteil der Ausrüstung an Bord sein, um mit dem Support-Team in Verbindung zu bleiben. Wichtig sind zum Beispiel Wetterinfos, technischer Support bei Problemen an Bord oder auch Telefonseelsorge! Normalerweise werden wir per email oder sms kommunizieren.

7.Was gibt es zu essen?
Das Richtige zu essen ist auf langen Expeditionen sehr wichtig. Nährwertbalance, Leichtigkeit und Geschmack ist nicht einfach unter einen Hut zu bringen und erfordert eine genaue Beobachtung der eigenen Ernährungsgewohnheiten, die in eine kalorienreiche Diät eingebaut werden müssen. Gefriergetrocknete Eintöpfe, Nüsse, getrocknetes Obst, Energieriegel und die eine oder andere Tafel Schokolade...!

8. Welches Navigationssystem benutzt ihr?
Wir werden uns auf ein GPS-System verlassen, ein Sextant gehört auch zu unserer Ausrüstung. Dieser funktioniert ohne Strom oder Batterien und wird manuell betätigt.

9. Welche Sicherheits-Ausrüstung führt ihr an Bord mit?
Auf jeden Fall ein sich selbst aufblasendes Rettungsfloß, Schwimmwesten, EPIRB, VHF Radio, Feuerlöscher, Erste Hilfe Kit und Leuchtraketen um die wichtigsten zu nennen.

10. Woher kommt das Trinkwasser?
Wir werden eine kleine Menge Wasser als Ballast mitnehmen, für die Dauer der Reise aber eindeutig zu wenig. An Bord gibt es eine Entsalzungsanlage die über Solarstrom betrieben wird. Zusätzlich gibt es einen Wasseraufbereiter der durch reinen Handbetrieb zu bedienen ist.

11. Was passiert während der Schlafpausen?
Wenn einer in der überdachten Kabine schläft wird der andere Partner rudern, sonst driftet das Boot. Das Schlafen ist eine der größten Unsicherheiten, wenn man allein unterwegs ist. Wir können durch den geteilten Rudereinsatz sicher stellen, dass kein Containerschiff uns übersehen kann, da immer einer wach ist. Ein AIS-System an Bord empfängt die Signale anderer Schiffe in einem Umkreis von 20 Meilen und meldet wiederum deren System unsere Existenz.

12. Wo ist denn die Bordtoilette?
Ganz einfach: An Deck steht ein Eimer, der mit etwas Wasser gefüllt und dann benutzt wird. Der komplette Inhalt wird dann über Bord gekippt und kompostiert.